Gerrit läuft für Indi 113 Kilometer an einem Tag: „Wir müssen lernen, wirklich zuzuhören.“
Ein Lächeln war ihm stets nah, doch Indi nahm sich das Leben. Sein ehemaliger Kommilitone und jetziger Ausbilder bei Summa Safety, Gerrit Langenhuizen (23), möchte nicht, dass jemand wie Indi im Stillen leiden muss. Deshalb läuft er am 30. Oktober symbolisch 113 Kilometer – von Indis Grab in Lichtenvoorde zum Fontys Sport in Eindhoven. Nicht um Spenden zu sammeln, sondern um Aufmerksamkeit zu erregen: „Wir müssen lernen, Fragen zu stellen. Wirklich zuzuhören.“
Eine Freundschaft mit einem stummen Schatten
Während seines Studiums an der Fontys University absolvierten Gerrit und Indi ein Praktikum bei Summa Veiligheid. Ihre Freundschaft war geprägt von viel Spaß, Humor und einer gemeinsamen Leidenschaft für Sport. Nichts deutete darauf hin, dass Indi an Depressionen litt. „Er war ein fröhlicher Kerl, immer für einen Witz zu haben. Aber innerlich sah es anders aus. Diese Erkenntnis traf mich erst nach seinem Tod und hat mich seitdem nicht mehr losgelassen“, sagt Gerrit.
Indi nahm sich das Leben. Seitdem verspürt Gerrit den Drang, etwas zu tun. „Nicht, um Geld zu sammeln, sondern um Aufmerksamkeit zu erregen. Darauf, dass psychische Probleme nicht immer sichtbar sind. Hinter einem Lächeln kann sich viel Traurigkeit verbergen.“ Seine Botschaft an Studierende und Kollegen ist eindeutig: „Redet miteinander. Hört zu. Seid aufmerksam. Manchmal steckt mehr hinter einem Lächeln, als man auf den ersten Blick sieht.“
113 Kilometer: mehr als eine Distanz
Gerrits Route ist nicht zufällig. „Von Indis Grab bis zu unserem gemeinsamen Programm in Fontys, wo wir uns kennengelernt haben, sind es genau 113 Kilometer. Das ist auch die Nummer der Suizidpräventions-Hotline.“
Wichtig: Wer Hilfe sucht oder sich Sorgen um einen Angehörigen macht, kann sich rund um die Uhr an die Suizidprävention unter der Nummer 0800-0113 wenden oder auf 113.nl chatten.
Gemeinsam die Ziellinie erreichen
Gerrit wird Lichtenvoorde am 30. Oktober um Mitternacht verlassen. Am darauffolgenden Nachmittag – zwischen 16:00 und 18:00 Uhr – hofft er, bei Fontys Sport & Bewegen in der Theo-Koomenlaan in Eindhoven anzukommen. Dort erwartet ihn eine große Gruppe von Fans.
Gerrit wird auf seiner Reise von Schülern und Kollegen von Summa Safety begleitet. Sie fahren vor und hinter ihm und sorgen so für seine Sicherheit. „Es tut gut, dass meine Schüler und Kollegen mir helfen. Bei dieser Reise geht es darum, gemeinsam Widerstandsfähigkeit zu beweisen, nicht darum, allein durchzuhalten.“
Hinter dem Lächeln möchte Gerrit mit seiner Kampagne zeigen, dass Depressionen oft unsichtbar sind. „Wir sehen das Bild von jemandem, der still, traurig oder zurückgezogen ist. Aber es gibt auch Menschen, die genau das Gegenteil tun: lachen, teilnehmen, etwas erreichen. Sie verbergen ihren Schmerz. Indi war eine dieser Personen.“
Deshalb heißt seine Kampagne „Mehr als du siehst – 113 gehen“. Das Ziel: das Gespräch über psychische Gesundheit anzustoßen, insbesondere unter jungen Menschen. „Wir müssen lernen, das Unbehagen zu akzeptieren. Wir sollten nicht nur fragen, wie es uns geht, sondern wie es uns wirklich geht.“
Begleiten Sie uns oder feuern Sie uns an
Jeder kann Gerrit auf einem Spaziergang begleiten, von 2 bis 20 Kilometern.
- Anmelden/Route: Ein https://www.vevacrew.nl/meer-dan-je-ziet-113-loop-2 Hier finden Sie die Beiträge, denen Sie beitreten können, sowie die Live-Verfolgung.
Alle, die nicht teilnehmen, sind im Zielbereich bei Fontys Sport & Bewegen herzlich willkommen. „Ich möchte diesen Moment gemeinsam erleben. Nicht nur, um Indi zu ehren, sondern auch, um zu zeigen, dass niemand mit solchen Gedanken allein sein muss.“