Rühren, Messen und Analysieren: Schüler entdecken das Summa-Labor
Zum sechsten Mal in Folge waren die Labore des Summa Laboratory auf dem TU/e-Campus in Eindhoven heute Morgen mit 75 neugierigen Schülern und Studenten gut besucht. 25 Dreierteams von Schülern aus Gymnasien unter anderem aus Helmond, Tilburg, Breda, ’s-Hertogenbosch, Uden und Eindhoven stellten sich der Herausforderung des Beta-Turniers.
Das diesjährige Thema: Die großen Pharmakonzerne.
Nach einer kurzen Einführung legten die Studenten sofort los. Weiße Kittel an, Schutzbrillen auf. Und schon bearbeiteten sie echte Laboraufgaben.
Laborerfahrung
Lehrer Marijn Melgers vom Summa Laboratory und Mitorganisator des Wettbewerbs zusammen mit Kollegen und dem C3, Zentrum für Jugendkommunikation Chemie: „Wir möchten jedem eine Laborerfahrung ermöglichen. Einige weiterführende Schulen bieten Chemie oder Physik nicht mehr an. Dies könnte das erste Mal sein, dass Schülerinnen und Schüler ein Labor von innen sehen.“
Währenddessen sind die Studierenden im Labor damit beschäftigt, zu rühren und zu messen. Sie erforschen, welches Antikoagulans am besten wirkt, untersuchen ein Blutbild unter dem Mikroskop und bestimmen den Wirkstoffgehalt einer Antibabypille. Solche Aufgaben begegnen Ihnen auch in der realen Welt der Pharmazie und Chemie.
Hier müssen Sie selbst denken.
„Technologie ist allgegenwärtig“, sagt Melgers. „Fast 80 % der Unternehmen in Industriegebieten beschäftigen Laborpersonal. Dieses führt Qualitätskontrollen durch und analysiert Substanzen; ohne sie wäre der Betrieb schlichtweg zum Erliegen gekommen. Schon vor zwei Jahren gab es in der chemischen Industrie Tausende offene Stellen, die eine Berufsausbildung erforderten. Der Bedarf an gut ausgebildetem Laborpersonal ist enorm.“
Rick, Jens und Liam vom Campus 013 in Tilburg arbeiten fleißig daran, die Substanzen bei der richtigen Temperatur zu mischen. Die drei Schüler im dritten Jahr ihrer berufsvorbereitenden Sekundarschulausbildung planen, später Fahrzeugtechnik zu studieren. „Es macht Spaß, hier mitzuarbeiten“, sagt Rick. „In der Fahrzeugtechnik arbeitet man ja auch mit Flüssigkeiten. Da ist es hilfreich zu wissen, wie das funktioniert und was genau passiert.“ Auch Jens ist begeistert: „Man muss hier wirklich selbstständig denken und herausfinden, wie die Dinge funktionieren. Das macht es so spannend.“
Das ist ja wirklich interessant!
Melgers geht lächelnd durch das Labor. „Normalerweise bilden wir Fachkräfte für die Laborarbeit aus. Heute ging es aber um etwas anderes: eine erste Erfahrung. Einen Samen säen. Zeigen, wie interessant und relevant diese Arbeit ist. Vielleicht entscheidet sich nicht jeder für ein Laborstudium. Und das ist auch nicht nötig. Aber wenn die Studierenden heute nach Hause gehen und denken: ‚Hey, das ist ja wirklich interessant‘, dann haben wir unser Ziel erreicht.“