Summa setzt sich gegen Diskriminierung bei Praktika ein: „Vieles geschieht unter der Oberfläche“
Diskriminierung bei Praktika ist oft subtil und findet hinter verschlossenen Türen statt. Sie umfasst Situationen, in denen Studierende beispielsweise aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechts oder ihrer Religion anders behandelt werden. Summa bekämpft Diskriminierung bei Praktika mit einer zentralen Meldestelle und Schulungen für Lehrende. „Das muss sich wie ein Lauffeuer verbreiten.“
Laut Zahlen des niederländischen Statistikamts (CBS) erlebt jeder zehnte MBO-Student Diskriminierung während seines Praktikums. Tatsächlich dürfte diese Zahl höher liegen. Studierende melden Vorfälle nicht immer, beispielsweise aus Angst vor Konsequenzen oder weil sie bezweifeln, dass tatsächlich Diskriminierung stattfindet. Summa möchte Studierenden ein sicheres Lernumfeld bieten und investiert in die Bekämpfung von Diskriminierung während Praktika.
Gemeinsam an einer inklusiven Stadt arbeiten
Die Stadtverwaltung unterstützt diesen Ansatz. „Eindhoven möchte eine inklusive Stadt sein, in der alle gleichberechtigt sind und in Freiheit leben können“, sagt der Politikberater Yunus Balci. „Auch die Bekämpfung von Diskriminierung während Praktika gehört dazu.“ Der Fokus liegt auf Bildung und Arbeitgebern. „Man hört oft, dass Studierende resilienter werden müssen. Es ist gut, ihnen die nötigen Werkzeuge an die Hand zu geben, um Resilienz zu entwickeln, aber man darf die Verantwortung nicht allein den Opfern aufbürden. Regierung, Bildungseinrichtungen und Wirtschaft müssen dieses Problem gemeinsam angehen. Vor allem müssen Studierende wissen, wo sie Diskriminierung während Praktika melden können und die Erfahrung machen, dass diese Fälle angemessen bearbeitet werden.“
Lehrer lernen voneinander und miteinander.
Summa hat eine Meldesystem Die Gemeinde Summa bietet Lehrkräften Schulungen an, die von der Antidiskriminierungsstelle RADAR durchgeführt werden. Die Gemeinde bezuschusst diese Kurse. Lehrkräfte können zwei Kurse belegen: einen zur Erkennung von Diskriminierung während Praktika und einen vertiefenden Kurs zur Gesprächsführung mit diskriminierenden Arbeitgebern. „Viele Schulen und Ausbildungseinrichtungen glauben, dass Diskriminierung während Praktika für sie kein Thema ist“, sagt Lilia Visser von RADAR, die die Schulungen an der Summa-Schule leitet. „Sie nehmen sie nicht wahr oder ignorieren sie. Durch Wissensaustausch sensibilisieren wir die Lehrkräfte für dieses Thema. Sie bringen ihre eigenen Erfahrungen ein und lernen so auch voneinander.“ Laut Lilia sind die Lehrkräfte motiviert, gegen Diskriminierung während Praktika vorzugehen. „Sie teilen ihr Wissen innerhalb ihrer Teams. Es verbreitet sich wie ein Lauffeuer.“
Bewusstsein in der Praxis
Bislang haben 25 Summa-Dozenten die Basisausbildung abgeschlossen, 15 von ihnen haben sich anschließend weitergebildet. Für Ron Stultiens, Dozent für Sicherheit und Praktikumskoordinator, war es eine Offenbarung. „Während des Kurses erwähnte ein Kollege türkischer Herkunft, dass man ihn manchmal als ‚guten Ausländer‘ bezeichnet. Gut gemeint, aber so empfindet er es überhaupt nicht. Aufgrund seiner Herkunft wird er ausgegrenzt; er hat das Gefühl, nicht automatisch dazuzugehören. Und da steckt noch viel mehr dahinter.“
Mit den Schülern besprechen
Die Fortbildung regt die Lehrkräfte zum Handeln an. „Ich werde dem Team eine Präsentation dazu halten und die Diskussion anstoßen“, sagt Ron. „Ich möchte auch die Studierenden stärker einbeziehen. Zum Beispiel, indem ich das Thema Diskriminierung bei Praktikumsplätzen direkt im ersten Gespräch zwischen dem Praktikumsunternehmen und dem Studierenden anspreche. Außerdem ist es sinnvoll, dies beim Einführungstreffen für neue Studierende zu thematisieren.“ So verbreitet sich der Ansatz Schritt für Schritt weiter. Genau den positiven Effekt, den Lilia sich erhofft.