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Manchmal muss man erst langsamer machen, um gemeinsam vorwärtszukommen.

Die Website practoraten.nl bietet Praktikern die Möglichkeit, Einblicke in bedeutsame Momente aus Ausbildung und Berufspraxis zu geben – Momente, die Lernen, Reflexion und Innovation anregen. In seiner Kolumne plädiert Summa-Praktiker Kennedy Tielman für mehr Entschleunigung.

Im Learning Design Studio (LDS) arbeiten forschende Lehrkräfte an ihren eigenen praxisorientierten Forschungsprojekten. Lag der Schwerpunkt früher auf der individuellen Reflexion, so verlagert sich der Fokus nun auf den expliziten Austausch über den Forschungsprozess und gezieltes Feedback gemäß etablierter Diskussionsprotokolle. Was bewirkt dieses gemeinsame Innehalten? Und wie kann Entschleunigung tatsächlich zu einer Beschleunigung von Lernen und Entwicklung führen? Lesen Sie weiter und lassen Sie sich inspirieren.

Der Moment

Praktiker Kennedy Tielman: Im Rahmen eines Treffens unseres Forschungszirkels arbeiten Aktionsforscher in einem Lerndesignstudio (LDS) an ihren eigenen Forschungsprojekten. Während die Reflexion zuvor primär individuell erfolgte, bitten wir die Teilnehmenden nun, ihren Prozess explizit zu teilen und sich gegenseitig gezieltes Feedback gemäß den etablierten Diskussionsprotokollen der Lerndesign-Forschungsgruppe zu geben.

Die Kollegen fungieren als konstruktive Kritiker und unterstützen sich gegenseitig bei der Präzisierung der Forschungsfragen und der Planung der nächsten Schritte. Am Ende der Sitzung reflektiert jeder anhand eines Formulars für die nächsten Schritte nicht nur den eigenen Lernerfolg, sondern auch die Ergebnisse für die Gruppe. Für einige war dies eine neue und nicht immer einfache Arbeitsweise.

Zitat eines Teilnehmers: Die Arbeit mit dem Next-Step-Formular fühlt sich für mich wie eine Art Selbstfeedback-Zyklus an. Man blickt auf seine Ziele zurück, sieht, wo man steht, wohin man arbeiten möchte und was man noch tun muss, um dorthin zu gelangen. Es hilft mir, meinem Forschungs- und Lernprozess Struktur zu verleihen.

Was ist aufgefallen?

Die leichte Spannung beim Geben und Empfangen von Feedback war auffällig. Kritische Fragen mussten sorgfältig formuliert werden, damit sie als Unterstützung und nicht als Bewertung empfunden wurden. Es wurde auch deutlich, wie stark die Tendenz war, Forschung weiterhin als individuellen Prozess zu betrachten.

Gleichzeitig entstand genau aus dieser leichten Reibung heraus Bewegung: Die Teilnehmer hörten anders zu, formulierten ihre Gedanken präziser und reflektierten bewusster. Das Dilemma wurde sichtbar: Wie schafft man Raum für kritischen Dialog, ohne dass dieser sich unsicher anfühlt?

Was hat sich geändert?

Durch die kontinuierliche Zusammenarbeit und gemeinsame Reflexionsphasen wuchs das Vertrauen. Die Aktionsforscher gewannen mehr Kontrolle über ihren Prozess und fühlten sich stärker für ihre Entwicklung mitverantwortlich. Forschung wurde nicht länger nur als methodische Tätigkeit, sondern als kollaborativer Lernprozess verstanden.

Darüber hinaus suchten wir verstärkt die Zusammenarbeit mit Wissenspartnern außerhalb der beruflichen Sekundarbildung. Dies stärkte unseren Ansatz und half uns, methodische und ethische Fragen effektiver anzugehen. Die Kooperation mit Fachhochschulen und Universitäten bietet zudem die Möglichkeit gemeinsamer Förderanträge auf Augenhöhe: „Nichts über uns ohne uns!“

Wir haben unseren Ansatz zur Rückmeldung dem Forschungszirkel des nationalen Wissensnetzwerks für Berufsbildung vorgestellt. Am Ende des Schuljahres möchten wir die Lernergebnisse der Aktionsforscher mithilfe des Clark-Hollingsworth-Modells auswerten.

Zitat eines Teilnehmers: Die Zusammenarbeit mit der/den Universität(en) stellt sicher, dass meine Forschung eine solidere Grundlage hat und verschiedene Perspektiven einbezieht. Sie fördert meine Entwicklung enorm, und ich hoffe, dieses Netzwerk auch weiterhin nutzen zu können.

 

Veröffentlicht auf practorates.nl
Bilder & Bearbeitung: Dorinde van Helden
Text: Praktiker Kennedy Tielman.